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Fünfzig Meter unterhalb des Tores befindet sich ein Aussichtspunkt, von dem aus man schon erste Eindrücke von El Borge erhält. Zu Fuß geht es nun durch den Torbogen hindurch immer geradeaus in Richtung Rathaus.Das Tor ist dem maurischen Baustil nachempfunden und trägt die Inschrift des arabischen Arztes und Botanikers En Baitar, der im 13. Jahrhundert in El Borge gelebt habt. Gleich hinter dem Tor ist rechts in der Mauer ein interessantes Detail zu sehen: eine Plakette, die auf den Volksentscheid von 1996 hinweist: „El Borge, das erste Dorf der Welt, das den Neoliberalismus besiegt hat“ .Was bereits beim Betreten des Dorfes auffällt: Obwohl hier jeder jeden kennt, werden Fremde nicht argwöhnisch, sondern mit neugierigem Interesse betrachtet. Die Dorfbewohner begrüßen jeden Neuankömmling, und gleiches wird auch von den Fremden erwartet.Im Rathaus holt man sich eine Broschüre mit den Sehenswürdigkeiten des Dorfes. Wer ausreichend Spanisch spricht und das Glück hat, den Bürgermeister José Antonio Ponce dort anzutreffen, erhält von ihm bereitwillig Auskunft auf alle Fragen.

Vor dem Rundgang durch das Dorf lohnt sich ein Besuch der Pfarrkirche „Iglesia Nuestra Señora del Rosario“, die sich direkt gegenüber dem Rathaus befindet. Das Bauwerk wurde im Jahr 1505 fertig gestellt und enthält sowohl Strukturelemente aus Gotik, Renaissance und arabischem Baustil. Im Turm der Kirche ist eine Gruft untergebracht, in der in vergangenen Jahrhunderten die wohlhabenden Familien des Dorfes ihre Toten bestatteten.Hinter dem Rathaus biegt man links in eine kleine Gasse ab, nimmt die erste Abzweigung wieder links und gelangt so, an mit Blumenkübeln geschmückten Häusern vorbei, in die Straße, die der einstigen spanischen Währung gewidmet ist: die Calle Pesetas. In einem Eckhaus auf der rechten Seite befindet sich das Geburtshaus des berüchtigten Banditen Luis Muñoz, „Der Schielende aus El Borge“, der im 19. Jahrhundert im Stile eines Robin Hood sein Unwesen trieb.

Dort das Räubermuseum von El Borge eröffnet. Neben historischen Waffen des „Schielenden“ und seiner Bande werden dort alte Werkzeuge ausgestellt sein. Außerdem wird in dem Museum ein Restaurant untergebracht mit Gästebetten für Touristen.Vom Räubermuseum aus geht man die Straße hinab. Linker Hand erblickt man den Brunnen „Fuente del Cuerno“, wo die Frauen des Dorfes früher ihre Wäsche gewaschen haben. Wenn die Straße wieder leicht ansteigt, biegt man links, dann rechts und gleich wieder links ab, und man steht vor dem Museum „El Sarmiento“ (dt. Rebe, Weinstock).Die Bezeichnung Museum täuscht ein wenig, denn „El Sarmiento“ könnte genauso gut als Kneipe oder Biergarten bezeichnet werden. Umgeben von historischen Utensilien rund um den Weinbau kann man dort gemütlich unter Zitronenbäumen im Freien sitzen oder sich im Inneren des Gebäudes an der Bar mit der netten Kellnerin Mari Carmen Fernández unterhalten. Geöffnet ist die Kneipen-Museums-Kombination offiziell von Freitag bis Sonntag ab 20.30 Uhr. Mari Carmen, die in dem Haus gegenüber dem Eingang wohnt, versichert jedoch, dass sie jedem, der an ihre Tür klopft, das Museum zeigen wird.Wer jetzt Hunger verspürt, kann einen Abstecher in eine der Tapas-Bars im Zentrum machen, in denen einfache, aber herzhafte Hausmannskost serviert wird.

Zum Abschluss des Ausfluges empfiehlt sich ein Besuch des Vogelparks von El Borge. Den Kirchturm auf dem Rathausplatz lässt man zur Linken, dann ist der Park in wenigen Minuten erreicht. Um einen Kinderspielplatz herum befinden sich Gehege mit chinesischen Wildenten, Rebhühnern, Enten und Schwänen. Sogar drei Strauße sind in dem kleinen Park untergebracht.Vor der Heimfahrt können die Spezialitäten von El Borge – Rosinen, Muskatellerwein und -schnaps – in einem der Geschäfte in der Hauptstraße gekauft werden.


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