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Sevillana-Kurse der Tanzschulen sind auch bei Ausländern sehr beliebt Ute Laukner (CSN)

Wer die beliebten, auf den Ferias getanzten Sevillanas erlernen möchte, hat in Andalusien die Qual der Wahl unter den Angeboten der Tanzschulen. Mag die Stadt auch noch so klein sein, eine Academia de Baile, ein Estudio de Danza oder ein Tanzprofi, der als Privatlehrer sein Können weitergibt, fehlen nur selten.
Obwohl die Spanier die fröhlichen Sevillanas bei fast jedem Fest tanzen, kommen auch einige Einheimische um einen Tanzkurs nicht herum. Eine gute Gelegenheit also, um miteinander ins Gespräch zu kommen. Die zum Flamenco gehörenden Sevillanas sind mehr als nur ein paar Drehungen um den Partner herum zum rechten Einsatz der Musik. Eigentlich gehören verschiedene, ausgefeilte Fußtechniken ebenso dazu wie eventuell eine getanzte Variation mit Kastagnetten. Aber auch eine schön anzuschauende Vierer-Formation erfordert von den Tänzern ein besonderes Geschick.
Um auf einer Feria mit stattlichem Outfit eine gute Figur zu machen, sind also erst einmal Tanzstunden angesagt. Es warten rund fünfzig verschiedene Flamenco-Stile darauf, entdeckt zu werden. Wie zum Beispiel die Fandangos aus Huelva, die Bulerías aus Jerez de la Frontera und natürlich die Sevillanas. Der schöpferischen Inspiration der Flamenco-erfahrenen Lehrer ist es zu verdanken, daß die zahlreichen regionalen Unterschiede für genügend Abwechslung sorgen und die Tänze auf diese Weise interessant bleiben. Ob mit oder ohne Kastagnetten, das bleibt jedem selbst überlassen. Die Koordination von Tanz und rhythmisch passendem Kastagnettenspiel erfordert allerdings schon etwas mehr Konzentration.
Flamenco als Lebensgefühl
Flamenco-Puristen diskutieren unterdessen über den Sinn und Unsinn von Kastagnetten. Die sollen nämlich eigentlich nicht viel mit dem Flamenco zu tun haben. Nun, bei dieser Diskussion wird sich die Tänzerin und Tanzlehrerin Adela Rabien aus Estepona wohl raushalten. Sie bietet in ihrem „Centro Flamenco" auch Kurse mit Kastagnetten an (Anmeldungen unter Tel. 952 793 780).
&#Flamencokurse für Frauen ab 40" bietet Adela ebenfalls an. Die Workshops können in Kombination mit einer Wohnmöglichkeit im Zentrum gebucht werden. Adela unterrichtet den Flamenco „von innen her" und erläutert, „was sonst keiner erklärt". Die Teilnehmer der angebotenen Kurse sollen „Wohlgefühl, Selbstvertrauen und weises Weibertum" (!) entwickeln. „Das bedeutet, die Lebenserfahrung soll durch stärkeren Körperausdruck zur Geltung gebracht werden", erklärt sie. Das macht doch neugierig oder etwa nicht? Und der Vorteil: Die Tanzanweisungen gibt es auch in deutscher Sprache. Denn Adela ist halb Spanierin und halb Deutsche. Da kann besonders der Anfänger sich ganz auf das Tanzen konzentrieren. Wer in den Kursen nicht ganz mitgekommen ist, kann in dem von ihr geschriebenen Buch „Schule des Flamencotanzes" nachschlagen.
Tanzkurse in deutscher Sprache gibt es ebenfalls bei „Carmen de las Cuevas". Allerdings befindet sich diese Schule in Granadas berühmten Höhlen des Sacromonte-Viertels. Einen Kurzurlaub am Wochenende sollte man mit dem Besuch eines Workshops verbinden. Zumindest dann, wenn sich einer der bereits bekannten Künstler angesagt hat und aus dem Nähkästchen plaudert.


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