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axarquiamap"Die Landschaft erobert man mit den Fußsohlen, nicht mit den Autoreifen", sagt George Duhamel. Wir bringen die Liebe zu Land und Leuten mit, wollen sehen, wie man anderswo lebt, wollen die Natur beobachten und einfach unterwegs sein. Wildlebende Tiere haben wir in der Axarquia kaum gesehen, nur kreisende Raubvögel in den Bergen. Aber wir fanden Blumen, die uns unbekannt waren oder die wir nur als Kulturpflanzen kennen, bewunderten die Blüten des Kapernstrauches und tippten die Früchte der Spritzgurke an, die ihre Samen mit einem Wasserstrahl von sich schleudert.
Am Strand zu wandern, mit den Wellenzungen zu spielen, Muscheln zu suchen, mit Fischern zu plaudern oder mit den freundlichen Hunden und Katzen zu spielen, ist auch ein schönes Erlebnis, aber es ist anstrengend, im Sand zu stapfen oder Felsenriffe zu übersteigen, die den Weg versperren. Antonio Machado sagt über das Wandern: "Es gibt keinen Weg. Der Weg entsteht beim Gehen." Allerdings: In Spanien ist das Wandern nicht populär, und aus der spanischen Literatur erfährt man, dass das Zu-Fuß-Gehen verachtet war. Im "Don Quijote" empfängt Teresa Pans ihren Sancho mit den Worten: "Ei, Mann, wie kommst du daher! Ich glaube gar, du gehst zu Fuß, wie ein Hund!" Spanischen Wandersleuten sind wir nur im Naturpark Sierra Cazorla, am Rio Borosa, begegnet, die wir von fern für Deutsche hielten, weil sie Kniebundhosen und rotkarierte Hemden trugen. Es waren Wanderfreunde aus Madrid, die uns berichteten, dass die Wanderbewegung sich in den Großstädten ausbreitet. Sie reisten "En cache de San Fernanda, un ratita a pie y atra andanda", das heißt wörtlich: "In der Kutsche von San Fernando, ein Weilchen zu Fuß dann wandernd". Der Heilige Ferdinand hatte als Wanderprediger ebensowenig eine Kutsche wie unsere Wanderburschen ein Pferd hatten, wenn sie "auf Schusters Rappen" reisten.
In den Hochsommermonaten wird unsere Wanderlust gedämpft. Dann genießen wir das Wasser, suchen den Schatten und bekommen Verständnis für die spanische Siesta. In den Abendstunden unternehmen wie lange Spaziergänge am Meer, und der Mond und die Sterne erscheinen uns viel näher und größer in der klaren Luft. Ob Wanderzeit, ob Badezeit, -immer ist es schön hier in der Axarquia! .

Elisabeth Klehr aus der Postille


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