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DSC 5375 smallErst zu Beginn unseres Jahrhunderts wurde das Reisen angenehmer, und von 1911 bis 1958 konnte man von Malaga zum Bergpass bei Zafarraya mit der Eisenbahn fahren. Die Bank von Belgien in Antwerpen finanzierte den Bau der "Vorortbahn" von Malaga nach Velez. Die Strecke maß 35,434 km; ihr Bau wurde am 29. November 1904 begonnen und am 26. Juni 1906 eingeweiht. Auf der Trasse der alten Saumpfade brachten die Bauern nun ihre Produkte bis zum Hafen von Malaga. 1911 wurde durch die Gründung eines Eisenbahnvereins die Strecke in Form einer Zahnradbahn weitergeführt bis zu den Ventas von Zafarraya.
Der "Trenecillo" durchquerte das Becken des Rio Velez mit seinen Schwarzpappeln, Weiden und Rizinusbüschen. An der Abzweigung nach Benamargosa entstand die Station Trapiche und seine mit dem Geld amerikanischer "Heimkehrer" erbaute neue Zuckerfabrik. Über Brücken und durch Tunnel, vorbei an der Venta de Vinuela, die sich dank der Eisenbahn zu einem Dorf auswuchs, an der Puente de Don Manuel vorbei ging es zur Station Periana, dann stieg der Schienenweg stark an zum Cerro de Fuerte und lief in 900rn Höhe den Ventas von Zafarraya entgegen, die schon in der Provinz Granada liegen.Der englische Schriftsteller Gerald Brenan, der viele Jahre in der Alpujarra lebte, schilderte diese Bahnfahrt auf seiner Reise nach Granada, wo er das Grab des im Bürgerkrieg ermordeten großen Dichters Federico Garcia Lorca suchen wollte. "Hinter Velez begann der Zug auf gezahnten Schienen zu klettern. Den ganzen Nachmittag wand er sich zwischen roten, erdigen Hügeln, die mit Weinstöcken bedeckt waren; dann ging es mit halsbrecherischer Geschwindigkeit abwärts, dann wieder
bergauf zu einem Pass. Als wir den Gipfel erreichten, der zugleich Endstation ist, war es ziemlich dunkel, und wir stopften uns in einen Kleinbus, der uns die 20 Meilen nach Alhama bringen würde."
Die Küsten-Kleinbahn wurde 1968 stillgelegt, die Trasse hat sich stellenweise das Meer geholt. Die Schmalspurbahn könnte dem modernen Verkehr nicht mehr genügen; eine Strand-Straße verläuft teilweise auf dem alten Bahndamm. Die alten Bahnhöfe dienen anderen Zwecken, und in Torre del Mar wurde die Bahnstation zum Busbahnhof umgestaltet. In der Festschrift zu Santiaga y Ana 1995 in Torre del Mar betrauert Martin Galan Herrero den Verlust der Bahn in einem Gedicht:

Du warst kein Talgo, bescheidene Kleinbahn, kleiner alter Zug der besseren Jahre. Tausendfüßler an der Küste
mit deinem anmutigen Auf und Ab, wie ein Zigeunel: Bähnchen, einfältig und ländlich,
liefst durch die Vega und ihr Grün, am Meer entlang als Zug der Fischer; oder du klettertest auf die Berge, Bergzug.
Es gab wenige Badende an der Küste und weder Chalets noch Appartements von Torre del Mar bis Zqfarraya.
..Heute gehen die Landstraßen an den Ufern des Meeres mitten durch mein Herz. Ich höre noch die kindliche Pfeife deines Dampfkessels.

Jetzt kann man mit Omnibussen jede halbe Stunde nach Malaga fahren. Die Dörfer sind an das Busnetz angeschlossen. Der Autoverkehr wird immer dichter. 1997 hat die Einwohnerzahl der Axarquia 135.000 erreicht; dazu kommt in den Sommermonaten das Vielfache an Touristen. Dann sind die Hauptstraßen dem Verkehr nicht gewachsen. Im August, wenn in Frankreich die Fabriken schließen und die marokkanischen und algerischen Arbeiter zur Überfahrt nach AIgeciras streben, entstehen endlose Staustrecken. Glücklicherweise wird endlich die Autobahn von Malaga weitergebaut. Gleichzeitig sind die Straße nach Velez-Malaga zur Autobahnauffahrt vierspurig ausgebaut worden. Die Fahrpläne der Linienbusse sind auf die Bedürfnisse der Bevölkerung abgestimmt, sie fahren morgens herunter zur Küste und am Nachmittag zurück in die Dörfer. Für Wanderer ohne eigenen Wagen ist es schwierig, am Morgen in die freie Landschaft zu gelangen. Es ist möglich, ein Auto zu mieten, es sogar zum Flughafen zu bestellen und es bei der Abreise dort wieder abzustellen- Das Fahren auf den schmalen kurvenreichen Straßen verlangt viel Erfahrung und größte Aufmerksamkeit.


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