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DSC 5316 smallSo hart die Axarquinos zu arbeiten verstehen, so kräftig verstehen sie auch, Feste zu feiern. Bei den Volksfesten werden viele traditionelle Aktivitäten gepflegt, wie die Verdiales und Fandangos, alte Lieder und Tänze aus den Bergen von Malaga. Die ursprüngliche Begleitmusik erfolgt auf Violinen mit zwei Stahlsaiten, Gitarren und Tamburins. Beim Fehlen von Instrumenten kamen auch Mörser und andere Küchengeräte zum Einsatz.
Wer gern zeitig einkaufen geht, kann frisches Obst und Gemüse in den reichbestückten Markthallen wählen und das seltsamste Meeresgetier bestaunen. Auch die überquellenden Obst- und Gemüsestände auf dem Wochenmarkt sind eine Augenweide. Das heitere Gewimmel der Wochenmärkte darf man sich nicht entgehen lassen. Sie finden Montags in Torrox-Costa, Dienstags in Nerja, Mittwochs in Algarrobo-Costa und Rincon de la Victoria, Donnerstags in Velez-MalagaTorre del Mar und Frigiliana, Samstags in Competa und La Caleta de Velez statt. Freitags können wir die Märkte von Almunecar und La Herradura besuchen.
In den bunten Budenreihen werden Kleidung, Wäsche und Lederwaren, Haushaltsartikel, Antiquitäten, Spielzeug, Modeschmuck und allerlei Schnickschnack angeboten; häufig von Zigeunern, die keine festen Preise haben, ebenso wie die Teppichhändler aus Afrika. Die "Gitanos" haben manchmal nur ein Bündel auf dem Boden ausgebreitet und verschwinden, wenn Polizei auftaucht. Andere haben feste Stände und Stammkundschaft, auch unter den Deutschen. Sie sind vom Markt nicht wegzudenken. Den Flamenco, der schon vor ihrer Zeit entstand, haben sie zur Vollkommenheit gebracht, und das Rüschenkleid, das bei den Volksfesten eine Rolle spielt, stammt von ihnen.
Schon vor langer Zeit sind sie in Spanien eingewandert. Ihre Stämme aus Vorderindien zogen über den Balkan und verstreuten sich über Europa. Immer wieder vertrieben, führten sie ein unstetes Leben, wurden verfolgt und für "vogelfrei" erklärt. Spanien wurde ihr "gelobtes Land", als König Carlos III. ihnen 1783 die vollen Bürgerrechte
gewährte. Viele haben sich integriert, andere separieren sich und bewahren ihre Bräuche. Für viele Ausländer sind die Gitarre und der Flamenco der romantische Inbegriff von Spanien.
Aber auch Spanien lebt im zwanzigsten Jahrhundert. Wo früher Mulis und Esel die Lasten schleppten, sorgt heute eine ganze Flotte von Kraftfahrzeugen für die Beförderung von Personen und Gütern. Als Ibn Batuta, ägyptisch Abd-al-Basit, der berühmte Weltreisende des 15. Jahrhunderts, der auch Orte wie Aden, Timbuktu und Peking auf das Genaueste beschrieben hat, 1465 durch die Axarquia reiste, war das Reisen noch beschwerlich. Er war in Malaga an Land gegangen, um nach Granada zu gelangen und hat in seinem Reisetagebuch ,,O Ribla" seinen Weg entlang der Küste, über Velez zur Venta von Zafarraya, beschrieben. Was den Reisenden am stärksten beeindruckte, waren die Farben über dem Horizont, die uns noch heute entzücken.


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