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  • Holger

Die Naturparks der Costa del Sol


Die zerklüftete Landschaft der Provinz Málaga ist einer der Gründe dafür, warum es auf dieser relativ kleinen Fläche soviel unterschiedliche Ökosysteme gibt. Die Region um die berühmte Costa del Sol wird in der Regel lediglich mit dem schmalen Küstenstreifen und seinen wunderbaren Stränden in Verbindung gebracht. Trotzdem ist das Hinterland der Sonnenküste die bergigste Region in ganz Spanien. Hier finden sich die unterschiedlichsten Landschaftsformen, wie die hohen, kargen Sierras, fruchtbare Täler mit subtropischer, ja sogar tropischer Vegetation, savannenähnliche Hochebenen oder weitläufige Marschlandschaften.
Diese einmalige Landschaft im tiefen Süden Europas begeistert besonders Naturfreunde. Sie finden hier mächtige Korkeichenwälder mit einheimischem Hoch- und Niederwild, seltene Vogelarten, Brutstätten von Flamingos, tiefe Schluchten, in denen Adler und Geier nisten und viele weitere Wunder der reichen Natur. In der Provinz Málaga wurden von der Regierung sieben verschiedene Landschaften unter Naturschutz gestellt:

Torcal, Naturpark Antequera. Der Torcal von Antequera gilt als eine der wichtigsten und sicherlich auch schönsten Karstformationen in ganz Europa. Über Jahrtausende hinweg hat gefrorenes Wasser den Fels bearbeitet und ihn schließlich aufgebrochen. Dazu kam die Erosion durch Wind und Wetter. So entstand eine Phantasielandschaft, die von herrlichen Wanderwegen durchzogen wird. Naturfreunde können hier unterschiedliche Gesteinsformationen, Felseinschnitte, vertikal verlaufende Gesteinsschichten und seltsam geformte Gesteinsbrocken bewundern, wie sonst nur in den weltberühmten Naturparks im US-Staat Utah. Die überwiegend graue Steinlandschaft kontrastiert in wunderbarer Weise mit der üppig grünen Vegetation und macht eine Wanderung so zum unvergesslichen Erlebnis.

Naturreservat Laguna de Fuentepiedra. Die Lagune liegt in der Nähe von Antequera und entstand in der Nähe einer alten Heilquelle. Über Jahrhunderte kannte man die kurative Wirkung des Wassers bei Problemen mit Gallen- oder Nierensteinen. Später wurde der See aufgrund seiner geringen Tiefe und dem hohen Salzgehalt zur Salzgewinnung genutzt. Nachdem die Lagune unter Naturschutz gestellt wurde, hat sie sich zu einer der größten Brutstätten für Flamingos in ganz Europa entwickelt. Die wunderschönen Vögel leben hier friedlich mit verschiedenen Raubvogelarten und Stelzvögeln zusammen. Nur in der südfranzösischen Camargue nisten noch mehr Flamingos.

Naturpark Sierra de las Nieves. Die mächtige Bergkette in der Nähe von Ronda schützt besonders den schönen Küstenort Marbella vor kalten Winden aus dem Norden. Sie trägt diesen Namen, weil hier in früheren Zeiten, bevor es Kühlschränke gab, Eis industriell hergestellt wurde. Aufgrund seiner Naturvielfalt in Flora und Fauna wurde der Naturpark von der UNESCO zum 'Reservat der Biosphäre' erhoben. Hier finden sich botanische Arten, die in ganz Europa nur hier wachsen. Die bekannteste Spezies ist ohne Zweifel die Pinsapo-Pinie. In diesen immergrünen Wäldern gibt es auch unter den Tieren eine immense Artenvielfalt. Leuchtend bunte Schmetterlinge tummeln sich in der Sonne und in höheren Regionen trifft der Wanderer auf einheimische Tierarten wie die Spanische Bergziege oder den Fuchs. Unter den Vögeln finden sich einige seltene Raubvogelarten. Sie sollten unbedingt den Tajo de la Caína besuchen, eine 100 Meter tiefe Felsschlucht, in der Rabenvögel nisten, oder den Aufstieg zum Torrecilla wagen, dem höchsten Gipfel der Provinz Málaga. Die atemberaubende Wanderung durch schattige Bergeichenwälder wird am Ende durch einen herrlichen Panoramablick belohnt. Sehenswert ist auch der Peñón de Ronda. Der Weg dorthin führt durch verschlungene Felsschluchten von beeindruckender Naturschönheit.


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